Durchbruch der erneuerbaren Energieträger durch neue Rahmenbedingungen
Unter den heutigen Rahmenbedingungen sind die Landwirte gezwungen, selbst innovative und kreative Produkte zu entwickeln oder in neue Märkte einzusteigen. Der Einstieg in die Nutzung von Wind- und Bioenergie kann ein solcher innovativer Schritt sein und neue Ein-kommensquellen für Landwirte erschließen. Daneben kann eine verstärkte Nutzung aller erneuerbaren Energien künftig spürbar zur Stärkung der ländlichen Infrastruktur beitragen.
Bisher spielen erneuerbare Energien für die Energieversorgung in Deutschland erst eine untergeordnete Rolle. Beispielsweise betrug ihr Anteil an der Bruttostromerzeugung im Jahr 1999 nur etwa 5 Prozent. Dieser Beitrag wurde in erster Linie durch Wasserkraft geleistet. Von Seiten der Politik wird den erneuerbaren Energieträgern zur Sicherung des zukünftigen aber eine zunehmende Bedeutung beigemessen. Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist es, die erneuerbaren Energien stärker zu nutzen und den Anteil der erneuerbaren Energie-träger in Deutschland an der Stromerzeugung auf 10 Prozent bis zum Jahre 2010 zu ver-doppeln.
Den entscheidenen Anteil an diesem Wachstum wird der Bioenergie zugerechnet. Die Ener-gie- und Stromgewinnung aus Gülle, Energiepflanzen, Bioabfällen usw. birgt somit ein ge-waltiges Wachstumspotential mit vielfältigen Marktchancen. Hier sollten Land- und Forstwir-te nicht nur Zuschauer sein, sondern die sich bietenden Möglichkeiten ausschöpfen. Der Erfolg der erneuerbaren Energien hängt also wesentlich von der Unterstützung durch die deutsche Land- und Forstwirtschaft ab.
Zukünftig wird es aber auch vor allem darauf ankommen, dass die umweltfreundlichen Technologien zur Energieerzeugung aus Biomasse wettbewerbsfähiger werden. Durch die Erhöhung der Stückzahlen von Bioenergieanlagen kann erwartet werden, dass diese Anla-gen standardisierter und damit auch wesentlich billiger werden - was sich wieder positiv auf die Rentabilität auswirkt.
Denn der Erfolg neuer Technologien kann mit politischen Anreizprogrammen nur angesto-ßen werden. Für eine dauerhafte Etablierung erneuerbarer Energien ist eine deutliche Sen-kung der spezifischen Investions- und Betriebskosten erforderlich. Auf absehbare Zeit ist es unerlässlich, dass sich für die Erneuerbaren Energien ein Markt entwickelt, der sich selbst trägt.
Neue Einkommensalternativen für Landwirte
Neben der Einkommensalternative für Landwirte bietet die Nutzung regenerativer Energien einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Klimaschutz. Besonders vor dem Hintergrund der politischen Zielvorgabe, die jährliche CO2- Emissionen in Deutschland von rund 1 Mrd. Tonnen im Jahre 1990 auf 770 Mio. Tonnen im Jahre 2005 zu reduzieren, unterstreicht die Bedeutung der erneuerbaren Energien. Gegenwärtig dürfte etwa erst die Hälfte der notwen-digen Emissionsreduktion erreicht sein. Erneuerbare Energien, die weitgehend CO2-neutral sind, haben dazu trotz ihres gegenwärtig relativ bescheidenen Anteils an der Gesamtener-gieversorgung bereits mit gut einem Sechstel beigetragen.
Besonders die landwirtschaftliche Biogasnutzung besitzt ein großes Kohlendioxid-Minderungspotenzial. Große Chancen bestehen hier u.a. zukünftig bei der Vergärung von nachwachsenden Rohstoffen zu Biogas, die auf Stilllegungsflächen angebaut werden. Die bäuerliche Bioenergienutzung bietet somit auf absehbare Zeit eine wirksame Maßnahme zum Klimaschutz und sollte deshalb auch gesellschaftspolitisch größere Anerkennung finden.
Für die Bioenergie bedeuten die oben angesprochenen Rahmenbedingungen einen deutli-chen Schritt nach vorn. Der Deutsche Bauernverband ermutigt daher alle Land- und Forst-wirte, durch die Erzeugung von umweltfreundlicher Energie einen neuen Betriebszweig und damit alternative Einkommensquellen zu erschließen. |