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Trockene Fermentation
Die größte Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland arbeiten fast ausschließlich nach dem Verfahren der ,,Nassen Fermentation", d.h. das Substrat, im Regelfall Gülle, mit oder ohne zugesetzten Cofermenten wird in flüssiger, also in pumpfähiger Form methanisiert. Von ,,Trockener Fermentation" spricht man, wenn stapelbare, feststoffartige Biomasse vergoren wird.
Geschichtlich gesehen ist die Forcierung der ,,Nass-Fermentation" verständlich, nachdem in den meisten Betrieben Gülle anfällt und die Anlagen im Regelfall auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Betriebes ausgelegt werden bzw. wurden. Damit hat sich die GülleVergärung als Standard-Verfahren etabliert, obwohl deren Wirtschaftlichkeit ohne Cofermentate immer noch einer kritischen Betrachtung unterzogen werden muss.
Unter veränderten energie- und umweltpolitischen sowie wirtschaftlichen Gesichtspunkten muss aber kritisch hinterfragt werden, ob zum gegenwärtigen Stand der Technik nicht „Trockene Fermentation“ eine ernstzunehmende zukunftsträchtige Alternative darstellt.
Das technisch nutzbare Gesamtpotential biogener Energieträger wird in Deutschland auf maximal 10 % des derzeitigen Primärenergieverbrauchs geschätzt. Davon entfallen etwa 50 % auf die Reststoffnutzung und 50 % auf spezielle Energiepflanzennutzung. Wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit liegt der geschätzte Anteil der Biomassenutzung in Deutschland unter 1 %, in Bayern immerhin bereits bei 3,2 % des Primärenergieeinsatzes. Bis zum Jahre 2005 sollen es in Bayern bereits 5 % werden. Für das Jahr 2025 wird der Beitrag der Biomasse auf 17 - 33 % des Primärenergiebedarfs angesetzt.
Nach RINTELEN (1998) würde die ganze vergärbare Biomasse in Bayern allein knapp 5 % des bayerischen Stromverbrauchs abdecken können. Das setzt allerdings eine neue Technologie voraus, die auch ohne Verflüssigung auskommt.
Aber auch im Zusammenhang mit der umweltgerechten Entsorgung von Abfällen im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, gewinnt die Vergärung von Feststoffen wie Straßenbegleitgrün, Rasenabfällen, Hausmüll, Landschaftspflegeabraum etc. immer größere Bedeutung - auch im Sinne von Schaffung von Zusatzeinkommen für Landwirte, die den Übergang zum ,,Energiewirt" anpeilen.
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