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Rapsöl als Kraftstoff für Dieselmotoren
Die Verwendung von Pflanzenölen als Kraftstoff für Dieselmotoren trägt einerseits wegen deren Regenerierbarkeit zur Ressourcenschonung bei und leistet andererseits einen Beitrag zum Umweltschutz durch das geringere Gefährdungspotential von Pflanzenölen auf Boden und Gewässer sowie durch die verbesserte CO2-Bilanz.
Die Nachfrage nach pflanzenöltauglichen Motoren ist sowohl im Bereich Stationärmotoren als auch bei Fahrzeugen steigend. Dies hängt neben dem zunehmenden Umweltbewusstsein nicht zuletzt mit dem Preisvorteil von naturbelassenem Pflanzenöl im Vergleich zu Dieselkraftstoff zusammen. Der Preis für fossile Kraftstoffe, wird durch die zunehmende Verknappung der Rohstoffe sowie eine steigende Besteuerung in den nächsten Jahren weiter steigen.
Wichtig ist daher, dass in nächster Zukunft einerseits ausgereifte Motorensysteme für umweltschonende regenerative Kraftstoffe andererseits Kraftstoffe mit hoher und standardisierter Kraftstoffqualität für den sicheren motorischen Betrieb zur Verfügung stehen.
Pflanzenöle unterscheiden sich damit in einigen wesentlichen Eigenschaften, vor allem hinsichtlich der Viskosität deutlich von Dieselkraftstoff, so dass ein Einsatz in konventionellen Dieselmotoren wegen ungenügender Zerstäubung und unvollständiger Verbrennung nicht möglich ist. Für deren Nutzung als Kraftstoff ist also entweder eine Veränderung des Kraftstoffes (z.B. Umesterung zu Rapsölmethylester, „Biodiesel“) oder die Anpassung des Verbrennungsprinzips an das naturbelassene Pflanzenöl erforderlich.
Für beide Kraftstoffe (Rapsölmethylester und naturbelassener Rapsölkraftstoff) ist eine gesicherte Qualität notwendig. Für Fettsäuremethylester („Biodiesel“) existiert bereits ein Deutscher Normentwurf E DIN 51 606 und auf europäischer Ebene wird an einer Norm gearbeitet. Auch für die Nutzung von naturbelassenem Rapsöl als Kraftstoff ist eine Norm oder ein Qualitätsstandard erforderlich.
In den letzten Jahren wurde intensiv an einem Qualitätsstandard für Rapsöl als Kraftstoff gearbeitet.
Durch die bisherige Forschungsarbeit, in Zusammenarbeit mit Herstellern und Umrüstern pflanzenöltauglicher Motoren sowie Ölproduzenten und anderen Wissenschaftlern und Analytik-Instituten wurde dieser Qualitätsstandard im Mai 2000 im LTV-Arbeitskreis „Dezentrale Pflanzenölgewinnung“ der Bayerischen Landesanstalt für Landtechnik verabschiedet. Er gilt sowohl für raffiniertes als auch für kaltgepresstes Rapsöl und ist Grundlage für einen sicheren Betrieb pflanzenöltauglicher Dieselmotoren.
Neben charakteristischen Eigenschaften, die das Rapsöl beschreiben und identifizieren, wurden variable Eigenschaften festgelegt, die durch die Prozesskette der Bereitstellung des Rapsöls beeinflusst werden können und auch im Sinne der Qualitätssicherung chargenweise kontrolliert werden müssen.
Für die Kenngrößen Gesamtverschmutzung, Neutralisationszahl und Wassergehalt wurden Schnelltests entwickelt, die der Praxis eine schnelle und kostengünstige Qualitätsüberwachung ermöglichen.
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