Kofermentate (Cofermentate) für Biogasanlagen
Die
organischen Reststoffe oder aber die
nachwachsenden Rohstoffe die verwendet werden stammen aus der Landschaftspflege, den Großküchen, der Nahrungsmittelverarbeitung oder und der Landwirtschaft.
Ziel der
Kofermentation ist die Rückführung der organischen Abfälle und der darin enthaltenen Nährstoffe in den landwirtschaftlichen Stoffkreislauf und die gleichzeitige Nutzung der Energie dieser Abfälle.
Die Zugabe außerbetrieblicher Abfälle zum Wirtschaftsdünger (Flüssigmist) hat jedoch zur Folge, dass die Mischung abfallrechtlichen Vorschriften unterliegt und daher beim Bau und Betrieb von
Kofermentationsanlagen ebenso wie bei der Verwertung der Gärrückstände eine Reihe zusätzlicher gesetzlicher Vorschriften (Hygienerichtlinien) berücksichtigt werden müssen, die bei der ausschließlichen Vergärung von Wirtschaftsdünger nicht zur Anwendung kommen.
Bei der landwirtschaftlichen Verwertung der vergorenen Substrate aus Kofermentationsanlagen kommen sowohl abfallrechtliche als auch düngemittelrechtliche Vorschriften zur Anwendung. Das Abfallrecht legt Grenzwerte für die landwirtschaftliche Verwertung der vergorenen Substrate fest, wohingegen das
Düngemittelrecht die Typzulassung als Sekundärrohstoffdünger sowie die jährlichen Ausbringmengen regelt. Grundsätzlich muss dabei beachtet werden, dass durch die Kofermentate zusätzliche Nährstoffe in den Betrieb gelangen, die in der Nährstoffbilanz nach der Düngeverordnung berücksichtigt werden müssen. Daher ist die Kofermentation für Betriebe mit einem Viehbesatz > 2,0 GV/ha problematisch.
Bei Kofermentaten ist zu bedenken, dass bestimmte Stör- und Schadstoffe sowie Keime enthalten sein können. Daher ist es zweckmäßig, vor dem Vergären von biologischen Abfällen neben der behördlichen Genehmigung
Schad- und Nährstoffanalysen anzufordern. Die meisten Kofermentate müssen einer Sortierung und oder Hygienisierung unterzogen werden.
Für die Mitverarbeitung in einer landwirtschaftlichen Biogasanlage sollten die Kofermentate folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Gute Abbaubarkeit unter anaeroben Bedingungen,
- Störstofffreiheit und
- Schadstofffreiheit.
Kofermentate führen zu Veränderungen in der Zusammensetzung des Gärsubstrats in Bezug auf Trockensubstanz-, Nährstoff- und Schadstoffgehalt. Dadurch, dass Kofermentate in der Regel zu einer Erhöhung des Trockensubstanzgehalts des Gärsubstrats beitragen und Störstoffe beinhalten können, muss diesem Sachverhalt bei der Auswahl von Pump- und Rührtechnik große Aufmerksamkeit geschenkt werden.