Holzgaserzeuger
Ein
Holzgaserzeuger ist ein Reaktor, der aus Holz ein brennbares Gas erzeugt. Bekannt wurden Gaserzeuger in den 40-er Jahren des vorigen Jahrhunderts als Zusatzausrüstung für Autos. Man war so in der Lage, statt mit Benzin mit Holzgas zu fahren, der 'on board' hergestellt wurde. Heute macht es Sinn, Gaserzeuger mit stationären Motoren (BHKW) zu kombinieren. Neben
Biogasanlagen, die Methan erzeugen, ist die
Holzgasproduktion eine sinnvolle und wirtschaftliche Ergänzung der umweltfreundlichen Energieumwandlung. Die brennbaren Anteile im Holzgas sind Wasserstoff und Kohlenmonoxid sowie geringe Mengen an Methan.
Die Vorteile der Holzgaserzeuger
- CO2-neutrale Energieversorgung durch Verwendung von nachwachsenden Energieträgern
- Erfüllung des politischen Kriteriums der Nachhaltigkeit in der Energieumwandlung
- Substitution fossiler Energieträger (Öl, Erdgas) durch Biomasse
- Schaffung neuer Märkte für die Land- und Forstwirtschaft
Funktionsweise der HolzgaserzeugerDer Holzvergasungsprozess beruht auf dem Effekt der unvollständigen Verbrennung (unterstöchiometisch). Im Gegensatz zur normalen, vollständigen Verbrennung, bei der ausreichend Sauerstoff vorhanden sein muss (stöchiometrisches Verfahren), wird bei der Holzgaserzeugung weniger Sauerstoff zugegeben als für die Verbrennung erforderlich ist (unterstöchiometrisches Verfahren). Statt der Oxidationsprodukte Kohlendioxid und Wasser entstehen die Reduktionsprodukte Kohlenmonoxid und Wasserstoff.
In dem Holzgasreaktor wandelt sich der Festbrennstoff Holz oder Holzhackschnitzel in den gasförmigen Kraftstoff Holzgas um. Dazu sind
4 Verfahrensstufen mit unterschiedlichen chemischen Reaktionen erforderlich: die
Trocknung, die
Pyrolyse, die
Oxidation und die
Reduktion.
Beschreibung der HolzgasanlageEin Holzgasanlage muss nicht nur Holzgas erzeugen, sondern es motortauglich machen, das heißt, das Gas muss gereinigt und gekühlt werden. Das Bild unten zeigt ein Anlagenprinzip. Links sieht man den Gaserzeuger mit aufgesetztem Brennstoffbunker, in dem das Holz über eine Förderung eingefüllt wird. Das Holzgas aus dem Reaktor wird in den Filtern von
Partikeln gereinigt und anschließend gekühlt. Dafür werden Gravitationsfilter, Zyklone und Gewebefilter eingesetzt. Gekühlt wird mit Röhrenkühler und Wasser/Gas Kühler. Für die Startphase sind ein Gebläse und eine Fackel angebracht, über die der
Gaserzeuger angelassen wird. Wenige Minuten nach der Zündung des Gaserzeugers ist die Temperatur ausreichend hoch für die Produktion von Holzgas. Der Motor des BHKW kann gestartet werden. Dem Gas wird am Mischer die für die Verbrennung im Motor erforderliche Luft beigemischt. Das Gemisch wird dann durch den Motor angesaugt.