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Hanf
Hanf ist eine der ältesten und vielseitigsten Kulturpflanzen. In Europa wurde Hanf seit Jahrhunderten in fast allen Ländern angebaut und stellte eine wichtige ystrong>Rohstoffquelle für die Herstellung von Seilen, Tauen, Segeltuch, Textilien, Baustoffen und Ölprodukten dar.
Die weltweit größte, kommerzielle Bedeutung für Naturfasern hat Baumwolle. Danach folgen Jute, Hibiscusfasern, Flachs, Hanf, Bengalischer Hanf und Ramie. 1992 wurden z.B. 17.970 Mio. t Baumwolle produziert, aber nur 830.000 t Flachs bzw. 214.000 t Hanf. In Deutschland sind aufgrund der gegebenen Standortfaktoren nur Flachs und Hanf von Interesse.
Mit dem Siegeszug von Baumwolle und später der Kunstfaser gerieten regional angebaute Naturfasern wie Hanf und Flachs zunehmend in Vergessenheit.
Der ehemals 150.000 ha umfassende Hanfanbau in Europa reduzierte sich bis 1996 auf ca. 7.000 ha. Nach Freigabe des Hanfanbaus in verschiedenen Länder der Europäischen Union weitete sich der Hanfanbau aufgrund der hohen Beihilfen vornehmlich in Spanien und Portugal, aber auch in den Niederlanden und Deutschland aus. Es entstand ein Eldorado für die französischen Hanfsamenproduzenten; die wenigen zugelassenen Hanfsorten wurden zu exorbitanten Preisen verkauft.
Es entstand ein, wenn auch kleiner Anbauboom, was sich erst mit der Novellierung der EU-Anbauregelung 1999 änderte. Seitdem darf nur noch Hanf angebaut werden, wenn das Stroh einer Verarbeitung bei einem zugelassenen Aufbereiter zugeführt wird. Diese Regelung ist sehr sinnvoll. Die Hanfanbauflächen in Spanien wurden wegen fehlender Verarbeitungskapazitäten im Jahr 2000 stark eingeschränkt. Doch wie so oft schießt die Europäische Union in ihrer Regelwut wieder mal über das Ziel hinaus. Man kann ja noch verstehen, dass aufgrund der Haushaltslage in der EU mittel- und langfristig eine Prämiensenkung auf das Ölleinniveau auch beim Hanfanbau geplant ist. Doch beabsichtigt die EU-Kommission nationale Quoten für die Erzeugung von Naturfasern, bezogen auf die letzten 5 Anbaujahre, einzuführen. Das bedeutet für den deutschen Flachs- und Hanfanbau im Kurzfaserbereich eine Produktionsmenge von 6.300 t und für den Langfaserbereich eine Menge von 300 t. Dies wäre eine Anbaufläche von ca. 3.000 ha Hanf oder 4.000 ha Flachs. In 1999 wurden 4.099 ha Hanf in Deutschland angebaut. Die entstandenen und in Planung befindlichen erstverarbeitenden Unternehmen hatten 1999 eine Verarbeitungskapazität bei Flachs von 1.500 t und bei Hanf 4.930 t. Die Prognose für das Jahr 2005 liegt laut Nova-Institut bei Flachs 15.000 t und bei Hanf bei 28.800 t. Die Aufbereitungsanlagen in Deutschland könnten bis auf wenige wieder schließen, weil der heimische Rohstoff nicht in ausreichenden Mengen vorhanden wäre.
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